Alexander H. Tolksdorf: Die lyrische Abstraktion

26.04.2019 – 01.06.2019
Mit der Präsentation eines Teilnachlasses des Hamburger Malers Alexander H. Tolksdorf (1925-1989) setzt die Galerie beim Schlump ihre Werkschaureihe „Positionen der 50er Jahre“ fort. Tolksdorf widmet sich im Verlauf seiner Entwicklung immer konsequenter einer expressiven, experimentell-dynamischen und intuitiven Ausdrucksform. Er sucht und findet seinen eigenen Pfad innerhalb der abstrakten Malerei.

Die ausgestellten Bilder verdeutlichen eindrucksvoll den Verlauf dieses Weges und zeigen ebenso Berührungspunkte zu Künstlern wie Wols, Willi Baumeister und Georges Mathieu. Besonders Mathieu, welcher den Begriff abstraction lyrique geprägt hat, scheint für Tolksdorf, auch über seine Pariser Zeit in den 50er Jahren hinaus, eine bedeutende Inspirationsquelle gewesen zu sein. Auch wenn Tolksdorfs Vorgehensweise im direkten Vergleich wohl als etwas bewusster zu bewerten ist, versuchen beide Maler durchaus wesensähnlich ihre Empfindungen in einem impulsiven Malakt mit dynamischen Pinselstrichen möglichst schnell und direkt umzusetzen. Beide Künstler sind nicht an gegenständlichen Bestandteilen interessiert, sondern an Farbimpulsen und daran, Farbe einen eigenen Gestaltwert zuzuweisen. Ihr Schwung scheint stets aufs Neue und Vielfältigste geheime kalligrafische Zeichen hervorzubringen.

Alexander H. Tolksdorf erschafft wirkungsstarke Werke von großer Anziehungskraft. In der Galerie beim Schlump kann man nun das erste Mal seit 30 Jahren dieses entfesselte Zelebrieren freier Farben bestaunen.

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