Arnold Fiedler: Zwischen Karneval und schwarzen Spiegeln

21.02.2020 – 28.03.2020
Den pariserischen Hamburger nannte der französische Kunsthistoriker Pierre Courthion einst den Hamburger Maler und Grafiker Arnold Fiedler (1900-1985), welcher in seinem Leben des öfteren zwischen den beiden Städten wechselt, in den 60er Jahren sogar überwiegend in der Metropole an der Seine lebt. Stets nimmt Fiedler auch die dort vorherrschenden Kunstströmungen der Zeit auf. Als er 1946 nach Hamburg zurückkehrt, ist er noch vom veristischen Surrealismus seiner ersten Pariser Zeit geprägt. Im zerstörten Nachkriegs-Hamburg sieht er Vorweltlandschaften, aus denen sich nach dem Untergang der Vogel Phönix erhebt. Fiedler vermischt Wirklichkeit, Traumvorstellungen und Erinnerungen. Bilden am Anfang noch gegenständliche Formen den Ausgangspunkt, so führt ihn seine künstlerische Entwicklung im Verlauf der 50er Jahre immer konsequenter zur Abstraktion. Arnold Fiedler findet seinen eigenen Weg und unverwechselbaren Stil irgendwo zwischen lyrischer Abstraktion, Tachismus, abstraktem Surrealismus und Informel. Er gilt als der Vorreiter der gegenstandsfreien Malerei in Hamburg.

Von all den Künstlern, deren Werke in der Galerie beim Schlump ausgestellt wurden, dürfte Arnold Fiedler der bekannteste sein. Die Werkschau des einst der Hamburger Sezession angehörigen Malers skizziert eine bemerkenswerte künstlerische Entwicklung und ist zugleich eine kleine Weltreise. Ob in Paris oder auf St.Pauli, ob in Sao Paulo oder Rio, ob in Tunis oder an der norddeutschen Küste – Fiedler sucht mit Hilfe von imaginären Stadtplänen, Mauer- und Messerzeichnungen nach dem Glanz des Fremden, nach magischen Festen und geheimen Traumpalästen. Er folgt dem Lichtstrom der nächtlichen Stadt mit ihren Hochhäusern, Karussells und Eroscentern, sieht die einsamen Hotels am Strand und hinter einem Signalturm einen schwarzen Mond.

Nur einen Katzensprung entfernt von Arnold Fiedlers ehemaligen Wohnatelier in den Grindelhochhäusern sind seine Bilder nun vom 21.Februar bis zum 28.März in der Galerie beim Schlump zu sehen. Nicht ganz unpassend zur Karnevalszeit, denn Fiedlers thematische Vorliebe für das Fest und das Fröhliche führt insbesondere in seinem wieder vermehrt zum Gegenständlichen neigenden Spätwerk häufig zu Darstellungen derartiger Szenarien. Vor allem die Bilder vom Karneval in Rio nehmen in der Ausstellung diesbezüglich einen größeren Platz ein und stehen für die Unbefangenheit und den ungebrochenen Optimismus des Künstlers.

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